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Diabetes mellitus


Was ist Diabetes mellitus?

Der Diabetes mellitus ist eine Stoffwechselerkrankung, die durch chronisch erhöhte Blutzuckerwerte gekennzeichnet ist. Ursächlich findet sich entweder eine gestörte Insulinsekretion, also Produktion und Ausschüttung, oder eine Beeinträchtigung der Insulinwirkung im Körper. Auch eine Kombination ist möglich. Je nach Ursache werden Diabetes mellitus Typ 1, Typ 2, Gestationsdiabetes oder andere Formen unterschieden, die z.B. erblich, medikamentös, hormonell, durch Infekte oder Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse bedingt sein können.

In Folge der erhöhten Blutzuckerwerte kann es zu Beschwerden und Folgeerkrankungen kommen.

 

Diabetes mellitus Typ 1

Dem Diabetes mellitus Typ 1 liegt ein absoluter Insulinmangel zu Grunde, da in der Bauchspeicheldrüse die Insulinproduktion zum Erliegen kommt. Eine unmittelbare und dauerhafte Insulintherapie ist daher unumgänglich und darf nicht unterbrochen werden.

Die Diagnose wird häufig in jungen Jahren gestellt, es gibt aber auch einen späten Krankheitsbeginn, z.B. beim sogenannten LADA (latent autoimmune diabetes in adults).

Verdächtig sind Symptome wie Abgeschlagenheit, Müdigkeit, Gewichtsverlust, Sehstörungen, vermehrtes Durstgefühl und gehäuftes Wasserlassen durch eine gesteigerte Trinkmenge. Der Diabetes mellitus Typ 1 kann sich aber auch plötzlich durch eine akute Stoffwechselentgleisung mit hohen Blutzuckerwerten, Übersäuerung des Körpers durch Stoffwechselprodukte, Bauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen oder Flüssigkeiteverlust mit Dehydratation erstmals zeigen. Diese Kombination aus Beschwerden resultiert aus einem Insulinmangel und wird als Ketoazidose bezeichnet. In diesen Fällen ist eine sofortige Behandlung erforderlich.

Diabetes mellitus Typ 2

Beim Diabetes mellitus Typ 2 produziert die Bauchspeicheldrüse zunächst noch ausreichend oder sogar vermehrt Insulin, welches aber im Körper aufgrund von Übergewicht oder Bewegungsmangel nicht richtig wirken kann. Im Laufe der Zeit kann es auch hier zu einer Abnahme der körpereigenen Insulinproduktion kommen. Die Beschwerden sind meist nicht so ausgeprägt wie beim Diabetes mellitus Typ 1. Auch tritt der Diabetes mellitus Typ 2 meinst in höherem Alter auf, insbesondere bei Patienten, deren Familienangehörige ebenfalls von Diabetes mellitus Typ 2 betroffen sind.

Mit zunehmender Häufigkeit des metabolischen Syndroms, einer sogenannten „Wohlstandskrankheit“, tritt der Diabetes mellitus Typ 2 allerdings oft auch schon sehr viel früher auf.

Bewegung und Ernährung sind daher die entscheidenden Säulen der Therapie. Zusätzlich kann diese Erkrankungen mit Tabletten und ggf. auch mit Insulin behandelt werden.

 

Gestationsdiabetes

Der Gestationsdiabetes (GDM) ist eine Glucosetoleranzstörung, die erstmals in der Schwangerschaft auftritt. Ursache ist eine hormonell bedingte veränderte Insulinempfindlichkeit mit zunehmender Resistenz ähnlich den Mechanismen beim Diabetes mellitus Typ 2.

Risikofaktoren sind u. a. ein erhöhtes Körpergewicht auch bereits vor Beginn der Schwangerschaft, Diabeteserkrankungen in der Familie, Bluthochdruck, Bewegungsmangel, PCO-Syndrom, bestimmte Medikamente, frühere Schwangerschaften mit GDM oder ein erhöhtes Geburtsgewicht von mehr als
4.500 g.

Wenn ein erhöhtes Risiko oder Diabetessymptome wie Durst, gesteigerte Trinkmenge, vermehrtes Wasserlassen, Müdigkeit oder Sehstörungen vorliegen, soll bereits vor der 24. Schwangerschaftswoche eine Untersuchung auf GDM erfolgen, z.B. mittels Bestimmung des Nüchternblutzuckers oder des Langzeitzuckers, dem HbA1c. Bei unauffälligen Werten erfolgt das reguläre Screening laut Mutterschaftsrichtlinien zwischen der 24. und 28. Schwangerschaftswoche mittels oralem Glucosetoleranztest (75g oGTT). Informationen zur Vorbereitung und Durchführung des Tests erhalten Sie in schriftlicher Form als Infoblatt in der Beratung.

Ziel der frühzeitigen Erkennung und Behandlung des GDM ist die Vermeidung von akuten Komplikationen und Langzeitfolgen für Mutter und Kind.

Wie beim Diabetes mellitus Typ 2 ist die Änderung von Lebensgewohnheiten in Bezug auf Ernährung und Bewegung die erste therapeutische Maßnahme. Falls dies nicht zum gewünschten Erfolg führt, kann eine Insulintherapie erforderlich werden, da Tabletten gegen Diabetes in der Schwangerschaft nicht eingenommen werden dürfen. Eine Abweichung hiervon kann beim PCO-Syndrom angeraten sein.